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Leistungsmotivation

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2.2.1.3 ATKINSONS Erwartungs-Wert-Theorie

ATKINSON knüpft an die von LEWIN und TOLMAN vertretene Auffassung an, dass die Stärke einer aktualisierten Handlungstendenz durch kognitive Prozesse (Erwartungen und Überzeugungen) bestimmt wird. Einen weiteren Einfluss erfuhr ATKINSON durch die Entscheidungstheorie EDWARDS´, wonach sich Personen in Entscheidungssituationen nach dem Prinzip des subjektiv erwarteten Nutzens verhalten. Sie wählen bei der Entscheidung jene Verhaltensalternative, für die das Produkt des Nutzens (utility) und Wahrscheinlichkeit des Eintretens ein Maximum ergibt. In den Ansätzen von LEWIN, TOLMAN und EDWARDS sieht ATKINSON Versionen eines Erwartungs-Wert-Modells. Der Beitrag ATKINSONs liegt darin, die beiden Hauptdeterminanten des Handlungsimpulses (Erwartung und Wert) inhaltlich und formal präziser zu bestimmen. Weiters führt er eine wichtige terminologische Differenzierung zwischen den Begriffen “Leistungsbedürfnis” und “Anspruchsniveau” ein. ATKINSON reserviert den Begriff “Motivation” für den bei einer Person in einer bestimmten Situation Handlungsimpuls. “Motive” sind für ihn relative stabile Persönlichkeitsmerkmale. Ein Motiv ist demnach eine Determinante eines aktualisierten Handlungsimpulses - einer Motivation. Um Verwechslungen zwischen “motive” und “motivation” vorzubeugen, führt ATKINSON den Begriff “tendency” zur Bezeichnung des aktualisierten Handlungsimpulses ein. Sein Erwartungs-Wert-Modell untersucht die Determinanten dieser Tendency, die LEWINs Konzept der psychologischen Kraft entspricht. Diese Tendenz wird durch die Faktoren Motiv (M), Anreiz (I) und Erwartung (E) bestimmt. Dabei stehen E für die Erwartungskomponente, M und I für die Wertkomponente des Erwartungs-Wert-Modells. Für die Beziehung zwischen den drei Einflussgrößen gilt die Formel:
T = M x E x I
Aus dieser Formel geht hervor, dass die Stärke der Tendenz, in spezifischer Weise zu handeln, um ein spezifisches Ziel in einer spezifischen Situation zu erreichen, von einer relativ unspezifischen, als Motiv (M) klassifizierten Variablen beeinflusst wird, die ein relativ stabiles Merkmal Merkmal einer Person ist. Weiters kommen zwei relativ spezifische Einflüsse hinzu; die Stärke der Erwartung, dass die Handlung zu einer bestimmten Konsequenz führt (E), und der Anreizwert dieser Konsequenz (I). Es ist also zunächst festzuhalten, dass die Wertkomponente als Produkt der Faktoren Motiv (M) und Anreiz (I) bestimmt wird. Damit stellt sich das Problem der Erfassung von M und I.

- Der Anreiz-Faktor (I):
I ist abhängig von der Erwartung, das Ziel zu erreichen. Untersuchungen von FEATHER hatten gezeigt, dass der Wert eines begehrten Objekts nicht nur durch das Objekt selbst, sondern auch durch die Anstrengung bestimmt wird. Der Effekt der Einflussfaktoren erreicht nach ATKINSON sein Maximum, wenn die Erfolgserwartung im mittleren Bereich liegt (also 50%ige Erfolgswahrscheinlichkeit). Demnach wird die optimale Lernmotivation erreicht, wenn Aufgaben mit mittleren Schwierigkeitsgrad (bezogen auf ein jeweiliges Fähigkeitsniveau) ausgewählt werden (sog. “Passungsprinzip”). Das Passungsprinzip verweist auf ein nach ATKINSON zentrales Problem, da die Lösungswahrscheinlichkeit (P) für eine bestimmte Aufgabe nicht als gegebenes Merkmal zugeordnet werden kann. Für den Motivationsprozess relevant ist die subjektiv wahrgenommene Erfolgsaussicht und der davon abhängige Anreiz der Aufgabe.

- Der Motiv-Faktor (M)
ATKINSON unterscheidet zwischen zwei Motivarten:
MS= Motive to achieve succes
MAF= Motive to avoid failure
Belege für diese Annahme sieht ATKINSON in den wiederholt beschriebenen negativen Beziehungen zwischen der Angstvariable und der Variable des Leistungsbedürfnis. Die Angst vor Misserfolg ist als hemmende Kraft anzusehen.
(VGL. TODT, S. 112-132)

  
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