Title:

Leistungsmotivation

Home
deutsch
  
ISBN: 3170203770   ISBN: 3170203770   ISBN: 3170203770   ISBN: 3170203770 
 
|<< First     < Previous     Index     Next >     Last >>|
  Wir empfehlen:       
 

Durch den Einfluss den die HULLsche Theorie durch WATSON erfährt, kann seine Konzeption etwa folgendermaßen dargestellt werden:

unabhänigige
Variablen
Reize, Stimuli

S
intervenierende
Variablen
(nicht beobachtbare er-
schlossene Variabeln)
O
“Organismus”
abhängige Variablen
Reaktionen


R

Die Konstruktion einer Motivationstheorie mit einer solchen nicht-beobachtbaren Variablen als Basis kann nur dann sinnvoll sein, wenn man genau diejenigen Bedingungen angeben kann, die zu einem Bedürfnis und damit zu einem Trieb führen. Am eingehendsten wurden von HULL diejenigen Bedingungen untersucht, die zu Hunger und Durst führen. Das Bedürfnis nach Nahrung bzw. nach Flüssigkeit wurde von ihm gleichgesetzt mit der Zeit, in der der Organismus ohne diese auskommen muss (Deprivationszeit). Je länger die Deprivationszeit, desto größer ist auch das biologische Bedürfnis und damit der Trieb. Sobald aber die Bereiche “Hunger” und “Durst” verlassen werden, wird es zunehmend schwieriger HULLs Triebkonzept anzuwenden. Der Haupthinderungsgrund ist der, dass D nicht zuverlässig bestimmten vorausgehenden Bedingungen zugeordnet werden kann.


ad b) Begleitende charakteristische Triebreize
Wie bereits erwähnt, führt ein bestimmter Bedürfniszustand nicht nur zu einem Trieb (D), sondern er hat auch sog. Triebreize SD zur Folge.
Mit jedem Trieb D ist ein charakteristischer Triebstimulus SD assoziiert, dessen Intensität eine monoton steigende Funktion des fraglichen Triebs ist.
Diese Triebreize haben keine motivationale Funktion, sie besitzen aber eine große Bedeutung für das Überleben des Organismus, denn mit diesen Triebreizen muss der Organismus adaptives Verhalten assoziieren, um zu überleben. Da es sich bei diesen Triebreizen ebenfalls um intervenierende Variablen handelt, kann ihre Existenz nur aus dem Verhalten von Organismen in bestimmten Situationen erschlossen werden. Die Existenz von Triebreizen konnte allerdings kaum nachgewiesen werden.

ad c) Unabhängigkeit von Trieb und Gewohnheit
Die Annahme einer Unabhängigkeit von Trieb und Gewohnheit enthält zwei Aussagen:
- Unabhängigkeit der Gewohnheit vom Trieb; d.h. das, was ein Organismus lernt, hängt nicht von der Motivation während des Lernens ab.
- Unabhängigkeit des Triebes vom Lernen.
Folgende Grundsätze hält HULL fest:
Je größer die Zahl der Verstärkungen, desto größer ist die Löschungsresistenz. Die Größe SHR ist allein abhängig von der Zahl der vorausgegangenen Verstärkungen. Die Löschungsresistenz ist nur zum Teil abhängig von der Stärke der Gewohnheit (SHR). Der zweite entscheidende Faktor ist die Stärke des Triebs (D), der zum Zeitpunkt der Reaktion vorhanden ist. Auch hierfür gilt: Je größer der Trieb (gemessen an der Deprivationszeit), desto größer ist die Löschungsresistenz. Der kombinierte Einfluss von SHR und D auf die Stärke der Reaktion läßt sich als Produkt von Gewohnheit und Trieb darstellen.

ad d) Energetisierender Effekt des Triebs
In sämtlichen Theorien, die sich eines Triebkonzepts bedienen, hat der Trieb die Funktion, Verhalten zu energetisieren. HULL meint, dass der Trieb auf jedes beliebige Verhalten energetisierend wirkt. Zu einem gegebenen Trieb kann eine beliebige Gewohnheit hinzutreten. Allerdings tritt in einer bestimmten Situation nur dasjenige Verhalten auf, welches die stärksten assoziativen Verknüpfungen hat; der Trieb bestimmt dann die Stärke dieses dominanten Verhaltens. Nach HULL sit also jede Triebquelle potenziell in der Lage, jede Art von konsummatorischem Verhalten (Endhaltung, die in die Regel eine Serie von Reaktionen beendet), jede instrumentelle Reaktion (schafft die Voraussetzungen, die eine Endhaltung ermöglichen) und jede Art von Aktivität zu energetisieren. Eine Energetisierung ist dann am deutlichsten, wenn das betreffende Verhalten die größte Bedeutung hat für den Motivzustand des Organismus. So nimmt z.B. die Wahrscheinlichkeit, dass das Tier sofort mit Fressen beginnt, kontinuierlich zu, wenn die Triebbedingung schwerer wird (Deprivation oder Gewichtsverlust). Die Fressmenge dagegen zeigt keine derartig eindeutige Beziehung, da außer dem unmittelbaren Bedürfniszustand des Tieres noch andere Faktoren auf die Fressmenge einwirken. Wird der Zusammenhang zwischen Bedürfniszustand und Reaktion noch weiter geschwächt (z.B. durch eine willkürliche instrumentelle Reaktion), dann ist Energetisierung nur noch dann zu finden, wenn die Reaktion sehr gut gelernt ist. Die Ergebnisse der allgemeinen Aktivität sind so widersprüchlich, dass kaum eine Schlussfolgerung möglich ist. Abschließend muss gesagt werden, dass HULLs Konzept der Energetisierung fast völlig an Erklärungskraft verliert, wenn man auf andere Bereiche (z.B. Sexualität) übergeht.
  
Grundlagen des Verhaltens in Organisationen
Siehe auch:
Mathematik für BWL-Bachelor: Schritt für Sch...
Kostenrechnung: Grundlagen der Vollkosten-, D...
Einführung in die Buchführung und Bilanzier...
Mathematik für BWL-Bachelor: Übungsbuch: Erg...
Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftsl...
Market Leader Intermediate New Edition Practice...
 
   
 
     
|<< First     < Previous     Index     Next >     Last >>| 

Back to the topic site:
StudyPaper.com/Startseite/Wissenschaft/Geistwissenschaften/Psychologie

External Links to this site are permitted without prior consent.
   
  Home  |  deutsch  |  Set bookmark  |  Send a friend a link  |  Copyright ©  |  Impressum