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Wir empfehlen: | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
* Motivierung durch Belohnung
Belohnung ist eine indirekte Motivationsform, die direkt nichts mit dem
Lesen zu tun hat, allerdings werden Kinder durch Belohnung stark und langfristig
motiviert. Dabei ist es günstig, Belohnungen über eine längere
Lernperiode durch ein sogenanntes “Tokensystem” zu verteilen. Das
Kind erhält dadurch nicht für jeden Lernschritt eine echte Belohnung,
sondern ein symbolisches Teilstück der Gesamtbelohnung. Es sammelt diese
Symbole (Token) und tauscht sie schließlich gegen eine Belohnung um. Diese
Belohnung muss nicht nur einen materiellen Wert haben. Wenn sich der Lehrer mit
den Eltern abspricht, so kann die Belohnung auch ein gemeinsamer Ausflug, ein
Kinobesuch und eine Wanderung sein. Dieses System hat folgenden Vorteil: Wird
ein Ziel erreicht, so verringert sich normalerweise die Motivstärke oder
erlischt vorrübergehend. Wird aber der Weg zum Endziel (der Belohnung) in
Teilziele aufgeteilt, so verringert sich die Motivstärke nach Erreichen der
Teillernziele nicht, sondern nimmt zu, je mehr sich das Kind dem Endziel
nähert. Das Tokensystem kommt außerdem der ausgeprägten
Sammelleidenschaft sehr entgegen. Wichtig ist, dass die Kinder den Eindruck
erhalten, dass sie sich die Token immer erarbeiten müssen und nichts
geschenkt erhalten. Fehler sollten nicht belohnt werden, damit nicht ein
falscher Weg gelernt wird. Als Token können Klebepunkte, Pickerl verwendet
werden, die in eine vorgedruckte Punkttabelle eingeklebt werden. Wenn das Kind
z.B. 10 Punkte erreicht, kann es sich kleinere Belohnungen aussuchen (z.B.
Radiergummi, Stempel, Plastikflugzeuge, Auto,...). Man sollte dafür sorgen,
dass ein Kind in jeder Übungsstunde etwa 1-2 Punkte verdient. Um ganz
kleine Lernschritte belohnen zu können, verteilt man noch kleinere
Tokenwerte (z.B. 10 Büroklammern = 1 Klebepunkt).
Durch dieses Belohnungssystem kann man Leistungsmotivation induzieren. Zu
Beginn sollte man richtiges Verhalten öfter belohnen. Im Laufe der Zeit
vergrößert sich die Distanz zwischen Handlung und Belohnung. Anstelle
der Belohnung kleinerer Lernschritte verwendet man Lob. Später fordern wir
das Kind auf, selbst den Erfolg jedes Lernschrittes zu beurteilen. So wird die
Belohnung allmählich durch Selbstbeurteilung von Erfolg und Misserfolg
ersetzt. Es ist ein typisches Zeichen für eine gelungene Induktion von
Leistungsmotivation, wenn ein Kind vergisst, Token zu fordern.
* Motivierung durch Zuwendung und Lob
Viele leseschwache Kinder haben ein starkes Bedürfnis nach Zuwendung.
In der Klasse zeigen sie oft kein Interesse und wirken abwesend, wenn sich
allerdings der Lehrer mit ihnen beschäftigt, wirken die Kinder motiviert
und machen bisweilen erstaunliche Fortschritte. Die Ursachen einer so starken
Lehrerabhängigkeit sind - neben einem allgemeinen
Entwicklungsrückstand - oft in der vorschulischen kindlichen
häuslichen Umwelt zu suchen. In den Fördergruppen sollte es der Lehrer
daher einrichten, wenigstens für kurze Zeit sich einmal jedem Kind allein
zu widmen, um ihm Wärme und Zuwendung zu schenken. Diese Form der
Motivation führt allerdings zu einer Abhängigkeit, wodurch sich der
Lehrer allmählich von den Kindern lösen sollte. Der Schüler soll
immer größere Lernschritte selbstständig bearbeiten, ehe er
gelobt wird. Besteht eine enge emotionale Bindung an der Erwachsenen, so ist es
leicht möglich, beim Kind Leseinteresse zu wecken. Eltern und Lehrer sind
Vorbilder und motivieren Kinder zur Nachahmung, wenn sie immer wieder zeigen,
wie gern sie selbst lesen. Auch das Vorlesen von Geschichten im Sitzkreis wirkt
sehr motivierend, da Kinder gerne Geschichten hören und damit ein positives
Gefühl mit dem Lesen verbinden können. Als weiterer Schritt folgt das
Wechsellesen, wo der Lehrer und die Kinder einen Teil lesen.
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