Titel:

Leistungsmotivation

Startseite
english
  
ISBN: 3833805153   ISBN: 3833805153   ISBN: 3833805153   ISBN: 3833805153 
 
|<< Anfang     < Zurück     Index     Weiter >     Ende >>|
  Wir empfehlen:       
 

1.1 Die Entwicklung der Leistungsmotivation

Die Entwicklung der Leistungsmotivation beginnt schon sehr früh und konnte bei Versuchen im Zusammenhang mit dem Kinderspiel beobachtet werden. Es konnte gezeigt werden, dass die Wettbewerbssituation des Regelspiels schon von 3½jährigen Kindern verstanden wird (bei manchen sogar früher). Diese Wettbewerbssituation wird im Augenblick, in dem sie kognitiv erfasst wird, auch schon emotional besetzt. Das Kind registriert Erfolg uns Misserfolg und reagiert darauf mit Stolz, Freude oder heftigen Unbehagen. In diesem Alter ist das Kind noch nicht in der Lage, Misserfolge zu ertragen und weicht diesen aus, indem es aus “dem Felde geht” oder das Weiterspielen verweigert. Der Misserfolg wird geleugnet oder rationalisiert, indem er auf andere Umstände zurückgeführt wird. Nach einem Misserfolg verweist das Kind auf sein Können oder seinen Besitz, um dieses Erlebnis zu kompensieren. Nach 4½ Jahren wird die Frustrationstoleranz größer, wodurch das “aus dem Felde gehen” seltener wird. Die Kinder dieses Alters können länger in Wettbewerbssituationen verharren, bemühen sich, Misserfolge durch größere Anstrengungen zu vermeiden und nehmen Erfolg und Misserfolg zur Kenntnis. Das Versagen ist allerdings immer noch eine große Belastung. Das Versagen stellt allerdings noch immer eine große Belastung dar (das ist auch bis zum 6. und 7. Lebensjahr noch so). Der Misserfolg wird als eine Minderung des Selbstwertgefühls gesehen, wodurch es zu Affektausbrüchen kommt.

1.2 Die Leistungsmotivation und das Aspirationsniveau (Anspruchsniveau)

Bei der Feststellung des Aspirationsniveaus, das sich Kinder spontan setzen, wenn man sie zwischen verschiedenen Kraft- und Geschicklichkeitsübungen wählen lässt, zeigen sich ähnliche emotionale Reaktionen wie beim Wettbewerb.
Die 3½jährigen probieren verschiedene Aufgaben der Reihe nach durch, ohne Erfolgs- oder Misserfolgserlebnisse erkennen zu lassen. Zwischen 3½ und 4½ Jahren konnten schon deutliche Bemühungen der Kinder beobachtet werden, wodurch auch schon erste Erfolgs- und Misserfolgserlebnisse deutlich wurden. Ab der zweiten Hälfte des 5. Lebensjahres kann man das Vorhandensein des Aspirationsniveaus erkennen. Die Kinder ziehen aus Erfolg und Misserfolg bestimmte Konsequenzen und suchen die Aufgaben in Hinblick auf den möglichen Erfolg aus. Die Einschätzung der Leistungsfähigkeit ist hier schon sehr realistisch.
Weiters lassen sich auch individuelle Unterschiede der spontanen Leistungsbereitschaft erkennen. Ob sich diese Unterschiede in der Leistungsbereitschaft und im Anspruchsniveau auf eine endogene Komponente oder auf Erziehungseinflüsse zurückführen lassen, lässt sich nicht eindeutig sagen. Es zeigt sich allerdings, dass Kinder, die selbständiger sind, auch ein höheres Aspirationsniveau und eine stärkere Leistungsmotivation zeigen. Das Aspirationsniveau ist eng mit der Leistungsmotivation verbunden, es eine wesentlichen Komponente derselben.
Anne Müller fand durch eine Serie von Einpassaufgaben mit gestaffelter Schwierigkeit 3 Zielsetzungsformen:
1. Bei den 3- bis 4jährigen überwiegt die unbezogene Zielsetzungsform. Die Kinder wählen ihre Ziele unwillkürlich aus, ohne Bezug auf Leistung oder Erfolg.
2. Die 4jährigen stecken sich ihre Ziele starr und unangepasst. Sie wählen immer das gleiche Ziel (in der Regel das schwerste).
3. Im Alter von 5 bis 6 Jahren zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Zielsetzung und den vorangegangenen Leistungserfolgen. Hier findet sich eine deutliche Anspruchsniveaubildung mit entsprechendem Konfliktcharakter.
Beobachtungen von Heckhausen und Roelofsen zeigten auch, dass die ältesten Kinder ein sozialbezogenes Aspirationsniveau zeigen, das heißt, dass sie ihre Leistungen mit Leistungen anderer vergleichen.




Motiviertes Handeln besteht aus 3 Komponenten:
a.) die Wertorientierung (wie wichtig ist das angestrebte Ziel)
b.) die kognitive Komponente (Zielsetzung in bezug auf Zeit, mögliche Chancen und der Erfahrungen in der Vergangenheit)
c.) die emotionale Komponente (Furcht vor Misserfolg, Hoffnung auf Erfolg)
Bei Kleinkindern tritt die Wertkomponente sowie die emotionale Komponente bei Wettbewerbssituationen schon deutlich in Erscheinung. Die kognitive Komponente setzt erst mit dem Vorschulalter zwischen 5-6 Jahren ein. Eine voll entwickelte Leistungsmotivation mit dazugehöriger Anspruchsniveaubildung findet sich erst an der Wende zum Schulalter, wodurch dies auch als ein Kriterium der Schulfähigkeit gesehen werden kann.
(SCHENK-DANZINGER, S. 129-134)

  
Motivation. So beflügeln Sie sich und andere. Mehr Spass im Job
von Ralf Dannemeyer
Siehe auch:
Konflikte lösen
Dreißig (30) Minuten für mehr Motivation.
Motivation. Einfach! Praktisch!
Sofortwissen kompakt. Selbstmotivation pur: Moti...
Mehr Disziplin, bitte!: So setzen Sie endlich um...
Wie man Mitarbeiter motiviert. Motivation und Mo...
 
   
 
     
|<< Anfang     < Zurück     Index     Weiter >     Ende >>| 

Zurück zur Themenseite:
StudyPaper.com/Startseite/Wissenschaft/Geistwissenschaften/Psychologie

Das Setzen von Verweisen (Links) auf diese Seite ist gestattet und bedarf keine vorherige Absprache.
   
  Startseite  |  english  |  Bookmark setzen  |  Webseite weiterempfehlen  |  Copyright ©  |  Impressum