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2. Stufe: Intergrierte Lesemotivation
Das Lesen ist eingebettet in einen umfangreichen Verhaltenskomplex, der
eine positive Verstärkung mit sich bringt.
- Ein typisches Beispiel für integrierte Lesemotivation ist das
Lesespiel: Das Gesellschaftsspiel ist die eigentliche Motivationsursache,
eventuell auch der Wettbewerb, wobei der Zufall jedem die gleiche Gewinnchance
lässt. Lesen gehört notwendig zum Spiel, es ist aber nicht das
eigentliche Ziel des Spiels.
- Ähnliches findet man auch vor, wenn attraktive Arbeitsmittel
einsetzt. Das Lesen ist in die angenehme Beschäftigung mit dem Material
eingebettet.
- Eine besonders bekannte Form integrierter Motivation ist die
Leistungsmotivation. Das Kind liest, weil es ein bestimmtes Lernziel erreichen
will. Generelles Ziel der Leistungsmotivation ist Erfolg. Lesen ist zwar
eingebettet in dieses umfassende Erfolgsstreben, aber nicht das eigentliche
Ziel.
3. Stufe: Immanente Lesemotivation
Die geringste motivationelle Distanz hat das Kind zum Lesen, wenn es dem
Kind um nichts anderes geht als um das Lesen. Lesen ist nicht mehr Mittel zum
Zweck, sondern ist Selbstzweck. Diese besonders starke, inhaltsbezogene
Motivationsform nennt man in diesem Zusammenhang Leseinteresse.
4.1 Praktische Grundsätze zur Motivierung leseschwacher Kinder* Vermeiden von Tadel oder Strafen
Besonders bei leseschwachen Kindern, die ohnehin wenig zum Lesen motiviert
sind oder gar eine Abneigung dagegen haben, sollten Tadel oder Strafen unbedingt
unterbleiben, solange sich die Kinder um Lesen bemühen. Ein Misserfolg darf
keinesfalls durch Tadel noch in seiner negativen Form verstärkt werden. Bei
wenig motivierten leseschwachen Kindern können nämlich schon wenige
Tadel zu einer Abneigung gegen das Lesenlernen führen. Vielmahr braucht das
Kind Trost, besonders unter Hinweise auf kleinste Erfolge. Beschäftigt sich
das Kind hingegen mit anderen Dingen als mit dem Lesen, so ist milder Tadel
angebracht. Auch der Versuch, ein Ziel ohne Leistung erzielen zu wollen muss
missbilligt werden. Darauf sollte man allerdings nicht affektiv reagieren,
sondern verständnisvoll und energisch.
* Vermeiden von Misserfolgen
Misserfolge frustrieren und verringern die geringe Motivation leseschwacher
Schüler, daher muss man dafür sorgen, dass auch der schwächste
Leser noch Erfolge hat. Das Kind sollte also nur Übungen bekommen, die es
auch bewältigen kann. Sind die Aufgaben zu schwer, sollte der Lehrer sofort
auf leichtere übergehen. Dies kann aber nur dann funktionieren, wenn die
Rahmenbedingungen dafür geschaffen sind. Wenn sich der Lehrer nach
individueller Bezugsnorm-Orientierung richtet, so können die Aufgaben
für die Schüler auch differenziert werden.
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