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3.) Stabil vs. variabel
Diese A.dimension bezieht sich auf die Dauer von Nichtkontrollbedingungen.
Stabile Ursachen werden als langlebig und wiederkehrend erlebt und bewirken eine
chronische Hilflosigkeit. Bei variablen Ursachen wird zum Beispiel das Versagen
bei einer Prüfung durch Müdigkeit oder Erschöpfung erklärt,
während bei stabilen Ursachen Unfähigkeit oder fehlende Intelligenz
von der Person angegeben werden.
* Die Reformulierung von MILLER & NORMAN
Eine Verbesserung des Modells von SELIGMAN sehen die Autoren vor allem in
der Einführung von Situationsfaktoren, die die Bedingungsgrößen
der Hilflosigkeit aufdecken sollen. MILLER und NORMAN widersprechen SELIGMAN in
der Annahme, dass sowohl positive als auch negative Verstärkung zu
Hilflosigkeit führen kann.
Sie verweisen auf empirische Ergebnisse, die zeigen, daß positive
Verstärkung sowohl zu Leistungsverbesserung als auch zu
Leistungsverschlechterung führen kann. Ihrer Meinung nach wird oft
vernachlässigt, wie situationale Erfahrungen in kognitive Elemente
übersetzt werden. MILLER & NORMAN empfehlen ebenfalls ein
attributionstheoretisches Konzept. Zur Kennzeichnung der erlernten Hilflosigkeit
wird zwischen affektiven und Leistungsdefiziten unterschieden. Beide können
unabhängig voneinander auftreten und mit der Attribution
variieren.
Es werden vier Situationsfaktoren genannt:
1. Instruktion zur Nonkontingenz
2. Instruktion zur Aufgabenschwierigkeit
3. Instruktion zur Aufgabe selbst
4. Dauer der Hilflosigkeit
Zu dieser situationalen Betrachtung gehören weiters soziale Normen,
Beobachtung anderer bei der Leistungsausführung und der Typ der Aufgabe.
Dieses Modell ist allerdings aufgrund der vielen Variablen nur schwer
überprüfbar.
* Die reformulierte Hilflosigkeitstheorie von ABRAMSON et al.
WORTMAN und BREHM leisteten einen entscheidenden Beitrag zur
Theoriebildung, indem sie verschiedene Phasen der Entstehung erlernter
Hilflosigkeit unterschieden. Das Ziel dieses Modells ist es, Reaktanz und
erlernte Hilflosigkeit zu integrieren. Unter Reaktanz versteht man den Zustand,
der einer Unkontrollierbarkeitsbedingung folgt. Dies zeigt sich unter anderem
durch Wut, Ärger oder vermehrte Anstrengung. Erst wenn diese
“Widerstandsphase” durchlaufen ist und die
Unkontrollierbarkeitsbedingung weiter besteht, kann es Hilflosigkeit
kommen.
WORTMAN & DINTZER sehen in der Hilflosigkeitsphase einen
Problembewältigungsprozess, wo versucht wird, sich auf die neue Situation
einzustellen. Diese Überlegung geht über das Modell von ABRAMSON et
al. hinaus, da sie mit einbeziehen wollen, wie Effekte und Folgen der
Hilflosigkeit zu beheben sind. WORTMAN & DINTZER unterstreichen die
Fähigkeit einer Person, mit einem unkontrollierbaren Ereignissen fertig zu
werden (z. B. bei Krebspatienten). WORTMAN und DINTZER bieten ein
Drei-Phasen-Modell an, das von Reaktanz über die Hilflosigkeit bis zur
Bewältigung reicht. In den Phasen variiert die Motivation, Kontrolle
auszuüben.
In der Reaktanzphase steigt die Motivation an, in der Hilflosigkeitsphase
zeigt sich ein starker Abfall und erst in der Anpassungsphase (bei gelungener
Anpassung) steigt die Motivation auf ein mittleres Niveau an.
Dieser Überblick über die verschiedenen theoretischen Konzepte
macht deutlich, dass die Theoriebildung zum Begriff Hilflosigkeit ein
großes Problem darstellt. Die begrifflichen Unklarheiten konnten bisher
noch nicht geklärt werden.
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