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3.2.3 Erlernte Hilflosigkeit: Neue Konzepte und Anwendungena.) Theoretische Entwicklungen:
Die ursprüngliche Theorie von SELIGMAN geht davon aus, dass
Hilflosigkeit einen Drei-Stufen-Prozess durchläuft. In diesem Modell geht
man von der objektiven Information aus, die von einer Person bewertet wird und
zur Herausbildung von Erwartungen an zukünftige Ereignisse führt.
Dieser Ablauf mündet im konkreten Handeln, das wiederum motivationale,
emotionale und kognitive Auswirkungen hat. Die Ursachen für diese
Auswirkungen werden ausschließlich in der Erwartung gesehen, dass man
Dinge nicht beeinflussen kann. Die Erfahrung von Nichtkontrolle kann, so
SELIGMAN, zu Depressionen bzw. zu depressiven Syndromen führen. Das Konzept
der Hilflosigkeit kann somit auch als spezifische Entwicklungstheorie der
Depression verstanden werden. Da SELIGMAN vor allem Tierexperimente zu Rate zog,
wurde gefordert, dass diese Theorie eine stärkere Berücksichtigung der
kognitiven Faktoren haben solle. Ein kleiner Überblick über die
verschiedenen theoretischen Entwicklungen soll nun gegeben werden.
* Die Reformulierung von ABRAMSON, SELIGMAN & TEASDALE
Diese Autoren gehen davon aus, dass zwar die Nichtkontrolle zu Defiziten
führt, allerdings ist das Ausmaß dieser Beeinträchtigung
individuell (hängt vom Attributionsmuster ab). ABRAMSON et al. führte
ergänzend zu der ursprünglichen Theorie von SELIGMAN ein
Bewertungsprogramm ein. Die Formen der Hilflosigkeit hängen von den unten
dargestellten Attributionsmustern ab, die eine Person zur Erklärung
erfahrener Nichtkontrolle heranzieht. Das jeweilige A.muster bestimmt
die zukünftigen Erwartungen über Reaktions-Ergebnis-Beziehungen.
Folgende Dimensionen von Attributionsprozessen lassen sich nach ABRAMSON et al.
trennen:
1.) Internal vs. external
Zunächst wird zwischen universeller und persönlicher
Hilflosigkeit unterschieden. Von persönlicher Hilflosigkeit spricht man
dann, wenn eine Person glaubt, dass die Konsequenzen des eigenen Handelns von
allen anderen nur nicht von einem selbst kontrolliert werden können. Bei
universeller Hilflosigkeit vertritt das Individuum die Ansicht, dass sich die
Kontrolle über bestimmte Ereignisse generell der menschlichen
Einflußnahme entzieht. Durch diese Gegenüberstellung lassen sich die
Begriffe “internale” und “externale” Attribution
definieren. Universelle Hilflosigkeit basiert auf einer externalen Attribution,
d. h. dass nicht nur das eigene Individuum nichtkontrollierbare Bedingungen
erfährt, sondern auch andere für die Person bedeutsame Menschen. Bei
persönlicher Hilflosigkeit wird die Ursache beim Individuum selbst gesucht
(internale A.). Die Auswirkungen zwischen der persönlichen und der
universellen Hilflosigkeit sind unterschiedlich. So führt persönliche
Hilflosigkeit - im Gegensatz zu universeller H. - zum Verlust des
Selbstwertgefühles.
2.) Global vs. spezifisch
Beim globalen Attributionsstil werden die Ursachen von
nichtkontrollierbaren Bedingungen sehr weit und allgemein gefasst, wodurch die
Ursachen auf sehr viele Lebenssituation zutreffen und ein einzelner Reiz
umfassend Hilflosigkeit auslösen kann. Eine globale Attribution hat demnach
zur Folge, dass Hilflosigkeit auf andere Verhaltensbereiche generalisiert. Bei
der spezifischen Attribution bezieht sich die Hilflosigkeit auf die speziellen
Reize einer Situation.
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