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Leistungsmotivation

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3.2.2.2 Beeinträchtigung des Leistungsverhaltens durch Angst


Ängstliche Personen können vor und während einer Prüfung nicht genügend Aufmerksamkeit auf die ihnen vorliegende Aufgabe richten. Misserfolgsmotivierte und hochängstliche Menschen berichten relativ häufig, dass sie sich viele Gedanken über die Bewertung ihrer Leistungen, über ihr Abschneiden im Vergleich zu anderen und über die Folgen eines möglich erscheinenden Versagens machen. Derartige kognitive Prozesse, die man allgemein als Besorgtheit bezeichnet, können bereits vor einer Prüfung auftreten. Während einer Prüfung kommt noch eine gesteigerte Emotionalität hinzu. Bei Wahrnehmung der physiologisch bestimmten Erregung (z.B. Zittern, Schweißausbruch) ist mit einer zusätzlichen Behinderung der Leistungsfähigkeit zu rechnen, wenn der Prüfling die körperlichen Symptome als Bestätigung seiner Besorgtheit deutet. Es ließ sich wiederholt nachweisen, dass die Leistungsfähigkeit eines Menschen im Zustand gesteigerter Angst und bei Bearbeitung komplexerer Aufgaben beeinträchtigt wird. Dieser Zusammenhang lässt sich kaum bei Schulanfängern, deutlicher bei Viertklässlern und noch ausgeprägter bei Schülern in der sechsten Schulstufe nachweisen. Die Beeinträchtigung erfolgt bei sehr ängstlichen Schülern sofern sie sich wegen ihrer Besorgtheit nur unzulänglich auf das Lerngebiet konzentrieren können bereits im Stadium der Informationsaufnahme, wodurch die Inhalte womöglich gar nicht in das Stadium ihrer Verarbeitung gelangen. Sollte hingegen eine Übertragung ins Kurzzeitgedächtnis erfolgt sein, wird es wesentlich davon abhängen, ob der Lernende Bedingungen vorfindet, unter denen er genügend Aufmerksamkeit auf die Verarbeitung der Informationen richten kann. Wenn Schüler in ihrer Lern- und Leistungsfähigkeit wegen gesteigerter Angst beeinträchtigt werden, dann gibt es zwei Möglichkeiten ihnen zu helfen. Zunächst könnte man den Ausprägungsgrad ihrer Angst durch Programme dauerhaft verändern, allerdings bringt dies einen hohen Zeitaufwand mit sich. Eine zweite Möglichkeit, die raschere Hilfe bietet, wäre Lern- und Leistungsbedingungen zu vermeiden, die in verstärkten Maße Angst auslösen können. Um welche es sich dabei handelt soll im nächsten Abschnitt geklärt werden.

3.2.2.3 Anpassung der Unterrichtsbedingung an den ängstlichen Schüler

Nach vorliegenden Ergebnissen der Angstforschung erfährt ein ängstlicher Schüler die stärkste Beeinträchtigung unter einer sozialen Bezugsnorm-Orientierung, wo er schwierige Aufgaben unter Zeitdruck zu bewältigen hat. Er erlebt dadurch den Wettbewerb als ständige Bedrohung. Bei Schülern mit geringer Angst ist dies hingegen nicht der Falls; die Gemeinschaftsarbeit wirkt auf sie sogar stimulierend.
Es kann also noch einmal darauf hingewiesen werden, dass sich eine individuelle Bezugsnorm-Orientierung auch für ängstliche Schüler als vorteilhafter erweist.
Sofern auf die Besonderheiten allerdings nicht angemessen reagiert wird und wenn jegliche Hilfe ausbleibt, so ist damit zu rechnen, dass sie schließlich in den Zustand der Hilflosigkeit abgleiten. Dieser Zustand wird nun im nächsten Abschnitt näher charakterisiert.

  
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