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Leistungsmotivation

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3.1.2 Förderung des Neugierverhaltens

Die Frage, wie sich eine Förderung des Neugierverhaltens erreichen lässt, unterteilt sich in zwei Sichtweisen. Zum einen richtet sich der Blick auf häusliche und schulische Bedingungen. Zum anderen stellt sich die Frage, wie sich das Neugiermotiv in einer gegebenen Situation aktivieren lässt. Im familiären Bereich spielt die Mutter eine wichtige Rolle bei diesen Überlegungen. Da die Fremdheit einer Umgebung wahrscheinlich schon sehr früh im Leben eines Kindes als bedrohlich erfahren wird, ist dieses zu ihrer Erkundung nur in Gegenwart einer Person bereit, die ihm das Gefühl der Sicherheit gibt. Man nimmt an, dass Kinder, die unter einer solchen “Schutz”-Bedingung lange genug Erfahrungen sammeln konnten, allmählich ihre Voraussetzungen verbessern können, die Folgen des Handelns selbst abzuschätzen. Je weiter das Kind in diesem Lernprozess fortschreitet, desto selbstständiger vermag es auf seine Umwelt einzuwirken.
Je mehr ein Kind gesehen und gehört hat, desto mehr wünscht es zu hören und zu sehen.” (PIAGET in: MIETZEL, S. 254)
Ob ein Kind viele Erfahrungen sammeln kann, hängt entscheidend vom Erziehungsstil der Eltern ab.
Auch im schulischen Bereich entwickelt sich das Neugierverhalten in einer Atmosphäre am günstigsten, wo die Schüler einen relativ großzügigen Freiraum erhalten und wo furchtauslösende Maßnahmen minimalisiert werden. Eine Klassensituation wirkt eher angstauslösend, wenn man Prüfungen betont, konformistisches Verhalten verlangt und Zensuren eine übermäßige Bedeutung zuschreibt. Eine spannungsfreie, tolerante Atmosphäre im Klassenzimmer kann zwar als günstige Rahmenbedingung gelten, allerdings reicht sie nicht aus, um das Interesse und die Neugier in einer konkreten Situation anzuregen.
Nach HECKHAUSEN ist die Anregungswirkung am größten, wenn “eine dosierte mittlere Diskrepanz zwischen der Umweltsituation...und bereits gespeicherten Vorrat besteht. Dann werden die bestehenden Erwartungsschemata des Individuums in einem mäßigen Grade durchbrochen; Aufmerksamkeit, Interesse und lustvolle Zuwendung geweckt”. (HECKHAUSEN in: MIETZEL, S. 255)
Das Problem dabei ist, dass man in der Regel erst nach erfolgter Motivierung mit ausreichender Sicherheit vermuten kann, dass es offenbar gelungen ist, eine Anregungsbedingung “dosiert diskrepant” erscheinen zu lassen. Allerdings kann vermutet werden, dass etwas Neues vor allem dann die Neugier aktiviert, wenn es in eine konkrete, für den Lernenden nachvollziehbare Situation eingebunden ist. Eine Möglichkeit in dieser Richtung wäre das Schaffen von “originalen Begegnungen” (z.B. Ausflüge, Einladen von Experten), die dem Lernenden zur selbstständigen Problemlösung anregen.

  
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